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Sparklehorse

"I'm full of bees who died at sea...I wore a rooster's blood...I'm a bog with poison frogs...It's a wonderful life..."

So makaber und abgründig sich diese Zeilen lesen mögen, die liebliche Melodie zu dem Opener und Titelsong des neuen Albums von Sparklehorse wirkt umso vertrauter und idyllischer. Mark Linkous, Mastermind dieses mit namhaftem Personal besetzten Projekts, ist einer der merkwürdigsten Vertreter der LoFi-Generation und einer ihrer erfindungsreichsten. Sein wundervolles Leben verbringt der Musiker, wenn er gerade mal nicht auf Tournee ist, in ländlicher Abgeschiedenheit auf seiner Farm in Virginia, wo er sich auch ein Studio eingerichtet hat. Hier heckt er seine aberwitzigen Songs aus, die sich im Verlauf der letzten sechs Jahre auf seinem Debütalbum "Vivadixiesubmarinetransmissionplot" (1996), dem Folgewerk "Good Morning Spider" (1998) und der "Distorted Ghost EP" (2000) niedergeschlagen haben: botanische Botschaften und zoologische Verse in Bilderwelten eines David Lynch, staubige Woody-Guthrie-Romantik gepaart mit gebrochenem Psychedelic-Folk, der geniale Pinselstrich des Impressionisten als nature's boy.  

 

Auch "It's A Wonderful Life", das neue Album von Sparklehorse, ist ein weiteres Panoptikum angenehm befremdlicher Balladen, gelegentlich gewürzt mit aufmüpfigen Punk-Songs, wobei selbst diese klingen, als wären sie durch ein Filter gepresst. Etwa beim packenden Duett mit Polly Jean Harvey, "Piano Fire", bei dem die Sandpapiergitarren eine rare Schnittstelle zwischen Byrds und Brian Eno erzeugen. Viele andere Songs klingen indes so vertraut wie eine Spieluhr. Der süßliche, nicht selten flüsternde Gesang von Mark Linkous animiert zum andächtigen Lauschen. "Gold Day", in England bereits als Single ausgekoppelt, ist gar ein lupenreines Wiegenlied, so sanft wie ein Babypopo, was durchaus nahelegt, dass seine Frau Theresa ihm Nachwuchs beschert hat. Auch die Titel "Fat Little Baby" und "Babies On The Sun" geben diesem Verdacht weitere Nahrung. Um im Bild zu bleiben, "It's A Wonderful Life" lässt sich beseelt aufsaugen wie Muttermilch.

 

Und PJ Harvey ist nicht der einzige prominente Gast, der diesem ohnehin phantasiereichen Album weitere schillernde Facetten verleiht. Vor allem die erste gemeinsame Arbeit mit seinem Idol Tom Waits, dessen Album "Rain Dogs" mit ein Auslöser für die Geburt von Sparklehorse war, dürfte Mark Linkous viel bedeuten: "Dog Door", ein kryptischer Blues mit einem Schuss Sparklehorse-Zucker, bringt den Meister und den Zauberlehrling als Co-Autoren zusammen. Nina Persson, Leadsängerin der Cardigans und erklärter Sparklehorse-Fan, gibt sich ebenfalls die Ehre eines Gastauftritts. Dave Fridmann, Produzent von Mercury Rev, hinterlässt ebenso seine Spuren wie sein Kollege John Parish. Hinzu kommen Scott Minor, der ständige Schlagzeuger seines Vertrauens, sowie das sirenengleiche Streichertrio Sophie Michelitsianos, Jane Scarpantoni und Joan Wasser, das schon bei "Good Morning Spider" in Aktion trat. Trotzdem bleibt "It's A Wonderful Life" in erster Linie das Werk von Mark Linkous, der alle Songs schrieb, und neben Gesang und Gitarre auch mit Wurlitzer, Mellotron, Casio, Samplers, Drum-Machines, ja, einem ganzen Sammelsurium klangerzeugender Instrumente fuhrwerkt, fummelt und frickelt.

 

Es ist gerade mal fünf Jahre her, da stand Mark Linkous sogar schon kurz vor dem Aus seiner Karriere. In einem Londoner Hotel war er nach einer Überdosis Medikamente zusammengebrochen und so unglücklich gefallen, das seine Beine fast abgestorben wären. Zu allem Übel erlitt er noch eine Herzattacke und musste mehrmals operiert werden. Monate verbrachte er anschließend im Rollstuhl. Damals hatte Linkous gerade sein Debütalbum veröffentlicht, war prompt von Radiohead als Support Act verpflichtet worden und hatte nun das plötzliche Karriereende vor Augen. Dem Himmel sei dank, Mark Linkous ist längst wieder obenauf. Der großgewachsene Musiker geht in diesen Tagen auch wieder auf internationale Konzertreise mit seiner neuen "Popband", zu der Margaret White (Bass, Geige, Keyboards), Al Weatherhead (Gitarre, Pedal Steel, Keyboards), Kendell Meade (Keyboards, Bass) und natürlich Scott Minor (Schlagzeug) gehören. Das werden garantiert bittersüße Konzertabende, erholsame Oasen voller farbenprächtig exotischer Gewächse, bezaubernder Fauna und anschmiegsam kuschligen Melodien. Sparklehorse rides again. Und seine Fans werden sich einmal mehr sanft gestriegelt fühlen.  Juli 2001

copyright 2001 by EMI Electrola GmbH & Co KG (www.emimusic.de)


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