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Vines, The

It’s 1969 in my head/I just wanna have no place to go/

 I’m living through the sound of the dead/I’m gonna get stoned…”    The Vines, “1969”

 

1969 war eines der wohl denkwürdigsten Jahre der Rockmusik. Sex, Drugs & Rock’n’Roll in Reinkultur. Die Hippie-Generation erlebte mit Woodstock ihr Paradies auf Erden, der Kultfilm „Easy Rider“ wurde zum Inbegriff für die Gegenkultur zum Establishment. Und während die Beatles die Abbey Road überquerten, die Rolling Stones es auf „Let It Bleed“ richtig krachen ließen, sorgten Bands wie Love und Pink Floyd für Sternstunden der psychedelischen Rockmusik. Damit nicht genug, starteten Led Zeppelin gleich mit zwei Alben ihre Karriere, proklamierten MC5 „Kick Out The Jams“ und die Stooges legten mit ihrem gleichnamigen Debütalbum den Grundstein für Punk und Garage. Und der Opener dieses wegweisenden Albums mit dem jungen Heißsporn Iggy Pop als Frontmann hieß „1969“. Genau dieser Titel – keine Coverversion, aber wesensverwandtes Eigenfabrikat - bildet nun, 33 Jahre später, den krönenden Abschluss des Debütalbums von vier jungen Australiern: The Vines erweisen sich auf „Highly Evolved“ als Band der Stunde. Die Welt darf sich ernsthaft darauf vorbereiten, ihnen zu Füßen zu liegen.

 

Das große Revival einer zitatfreudigen, gleichwohl höchst eigenständigen Rockmusik hatte sich bereits letztes Jahr angekündigt. The Strokes und The Hives, Black Rebel Motorcycle Club und The White Stripes heißen die neuen Helden, die einer neuen Generation weniger die Flötentöne, denn Sinn und Sinnlichkeit für Punk, Garage und Rock’n’Roll beibringen möchten. Nun also The Vines: In Großbritannien lobte der NME „die perfekte Synthese aus den Beatles und Nirvana“ schon vor Albumveröffentlichung in den siebten Himmel. Ihr Frontmann Craig Nicholls, ein 24-jähriger Musikbesessener, der auch alle Songs schreibt, ist ein liebenswert wirkender Wuschelkopf mit extrem belastungsfähiger Stimme. Der angehende Mädchenschwarm vereint die Performance-Qualität eines Ryan Adams, die vokale Kraft eines Kurt Cobain und die ungezügelte Wildheit eines Iggy Pop auf sich. Und die Band? Vom Feinsten. Schon nach den ersten Konzerten - mittlerweile liegen erste Tourneen durch das Vereinigte Königreich und den USA bereits hinter ihnen - war die Fachwelt ganz aus dem Häuschen.

 

Und so ist denn erwartungsgemäß auch ihr Album „Highly Evolved“ ein erstklassiger musikalischer Trip, der ebenso authentisch wie begnadet wirkt – und atemberaubend abwechslungsreich dazu. Der knapp eineinhalbminütige Titelsong eröffnet das Album wie ein Donnerschlag. Smells Like Aussie Spirit. Vollgas aus Down Under. Schon der nächste Song „Autumn Shade“ ist das krasse Gegenteil: eine feingliedrige, psychedelisch angehauchte Ballade, bei der einem die drei dicken Bs in den Sinn kommen: Beach Boys, Beatles, Big Star. Genau dieses Wechselbad der Gefühle kennzeichnet auch den weiteren Verlauf des Albums, bei dem deutlich wird, dass sich die Vines nicht nur etliche Klassiker einverleibt haben, sondern es auf brillante Art und Weise verstehen, sich aus den schönsten Zutaten ihr ganz eigenes Süppchen mit einem sehr charakteristischen Aroma zu kochen. „Factory“ klingt wie die unter Punk-Prämissen entstandene Kreation aus Beatles und Kinks mit einem Schuss Ska der Marke Specials. Jeder der zwölf Songs ist ein Kaliber für sich. Das gilt für das melodietrunkene Psychedelikum „Mary Jane“ ebenso wie für die grantigen Rocksongs „Outtathaway!“ und „In The Jungle“. Mal lassen sie die australische Sonne rein („Sunshinin’) und Punkrocklegenden vom Fünften Kontinent wie Radio Birdman und die Saints wieder aufleben, mal feiern sie den urbanen Sound der Stooges (“Ain’t No Room“), dann wieder erinnern sie an die Glanzzeiten des New Yorker Clubs CBGB’s („Get Free“). Drei Dekaden Rock’n’Roll Guitarmania komprimiert auf knapp 45 Minuten.     

 

 

The Vines haben sich in aller Seelenruhe auf die ins Haus stehende Eroberung der internationalen Rockszene vorbereitet. Geschlagene sieben Jahre ist es her, dass sich Sänger und Gitarrist Craig Nicholls, Bassist und Backgroundsänger Patrick Matthews und der ursprüngliche Schlagzeuger David Olliffe erstmals als Trio zusammen fanden. Die drei Musiker gingen damals in Sydney gemeinsam auf die Highschool und jobbten nebenher bei McDonald’s. Der Bandname wurde von The Vynes abgeleitet, einer weithin unbekannt gebliebenen australischen Band aus den Sixties, bei der Nicholls Vater dieselbe Rolle spielte wie der Sohnemann heute: Sänger und Gitarrist. The Vines probten bis zum Abwinken und spielten höchstens mal im kleinen Freundeskreis und dann meistens Coverversionen von Nirvana und den Kinks. Erst als sie Anfang letzten Jahres um die 30 eigene Songs auf einer Vierspurmaschine aufgenommen hatten, verschickten sie erste Demos.

 

Als erstes Elaborat erschien die Single „Factory“ auf XL Recordings, einem englischen Label, bei dem unter anderem Prodigy, White Stripes und Badly Drawn Boy unter Vertrag sind. Die limitierte 7inch avancierte beim NME prompt zur Single der Woche und hielt sich geschlagene sechs Wochen in den „Turn-Ons Top 10“, den Redaktionscharts. Im Dezember 2001 schlossen die Vines dann einen weltweiten Deal mit Capitol Records. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie ihr Album bereits unter Dach und Fach. Aufgenommen hatten sie es in der Sunset Sound Factory aufzunehmen, jenem Studio in Los Angeles, in dem bereits Led Zeppelin und die Stones einige ihrer Klassiker einspielten. Unterstützt dabei wurden sie von dem Produzenten Rob Schnapf, der sich seine Meriten vor allem durch Becks Meisterwerk „Odelay“ verdient hat, aber auch den Foo Fighters, Guided By Voices und Elliot Smith Bärendienste als Produzent erwies.

 

Im Januar dieses Jahres schwärmte der NME von den Vines als „this year’s Strokes“ und MTV setzte die Band – auch wenn es noch gar keinen Videoclip gab – argusäugig auf die Prioritätenliste. In der Zwischenzeit hatte sich ihr ursprünglicher Drummer David Olliffe verabschiedet, um eigene Wege zu gehen. Als Ersatz fand man in Hamish Rosser einen Schlagzeuger, dessen letztes Engagement bei einer auf die Kinks spezialisierten Coverband aus Nevada war. Als zweiter Gitarrist wurde Ryan Griffith engagiert, ein langjähriger Freund von Craig Nicholls. Mit diesem endgültigen Line-up gaben die Vines im Februar dieses Jahres in einem kleinen Pub in Sydney ihr allererstes offizielles Konzert als Headliner. Nach diesem Gig prophezeite der NME in felsenfester Überzeugung: „Diese Band ist die Zukunft des Rock. In zehn Jahren werden mindestens 10.000 Menschen behaupten, bei diesem Gig dabei gewesen zu sein.“ So weit muss man jedoch gar nicht erst denken. Im Hier und Jetzt ist „Highly Evolved“ defintiv eines der feinsten Rockalben des Jahres und das bis dato sensationellste Debüt. Das letzte Wort gebührt noch einmal dem NME: „This is a record you must own.“ Juni 2002  

copyright 2001 by EMI Electrola GmbH & Co KG (www.emimusic.de) 


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