Rocklexikon - Das Online Lexikon der Rockmusik - Rockbands und Rockstars von A bis Z. Onlineshop, Songtexte, Hörertipps, CD-Tipps, Video und DVD.

w w w. R O C K L E X I K O N . d e

Willkommen Bücher DVD Video
Suche nach in Erweiterte SucheWarenkorb
Zur Kasse
Sie sind hier: Home/Musik/Slut/

Slut

Womit muss angefangen werden, was weiß eh schon jeder, was hört man immer wieder so gern? Nicht ganz so einfach, denn Slut, diese explodierende Nische, sind genauso obenauf wie undercover. Dieses Slacken an der Schwelle zwischen “Invisible Band” und dem alten Sack Indie-Rock ein frisches Gesicht geben, scheint festes Kontinuum einer beweglichen Gruppe zu sein.

Viele Wege führen nach Slut
Schön zickig und konsequent hatten sich die fünf Boys Mitte der Neunziger aufgemacht, mit englischen Texten und verwehten bis wilden Gitarren so was wie Rock und Pop zu machen. Zu einer Zeit, in der selbst der letzte Spackofant auf deutsche Lyrics und ein dazugehöriges quasi-national-popistisches Selbstverständnis setzte. Slut kostete das ein Lächeln. Sie machten ihr Ding, jenseits dieser Verheißung. What you gonna do – in private. So erschienen die ersten Alben inhaltlich wie strukturell im Rahmen der Mini-Indie-Maschinerie. Power up. Die Zeiten änderten sich. Und zwar bewegte sich der Kanon einheimischen Rocks (durch Bands wie Slut) eben genau dorthin, wo die Jungs waren. Willkommen zurück. So kann das sein. Das Interesse an der Band ging slightly durch die Decke, wie wir anglophilen Heinis sagen würden. Folgerichtig erschien dann auch das verflixte dritte Album bei einer großen Plattenfirma. Slut gelang es mit dem legendären “Lookbook” dabei so derart unbeschwert, Erwartungen und Ideen zu powern, dass einem schon fast unheimlich wurde. Viva2-Hit-Rotation, Festival-Auftritte und massig Air-Play zogen ihren bescheidenen Mega-Pop dann gänzlich auf die die breite Front. Slut hatten, pardon, es geschafft. So blöd kann das klingen, wenn’s einfach funktioniert.

Unter Leuten
Das reizvolle dabei war und ist natürlich die Unbekümmertheit der Band, was sich in Rock und im Auftreten jederzeit checken lässt. Ob in Haldern auf dem dortigen Open-Air als die smarten Indie-Knuffer, die neben Gitarrensaiten auch im Schlamm mit den Freaks vor Ort Späße reißen – oder ob in der daily Trash-Kultur als die smarten sektbetrunkenen Indie-Knuffer, die bei Bärbel Schäfer durch ihre geile Aura
völlig peinlichkeitsresistent rüberkommen. Ja. Wer es noch nicht wusste, dort bei Schäfer trafen Slut auf die No Angels und schenkten der totalen Künstlichkeit von Thema und Surrounding ein wenig Authentizität, fast Leben.

Das Ende von Gestern
Und jetzt auch mal Schluss mit hard facts. Jetzt wird es esoterisch. Denn es geht ja hier konkret um etwas – und zwar das neue Album der Voll-Twens. Und wenn hier konkret steht, ist natürlich diffus gemeint. Denn um sich einem solchen Album wie diesem zu nähern, muss man ja den Boden unter den Füßen verlieren. Neue Songs – wieder im Schoß der Weilheim-und-friends-Connection aufgenommen, Mario Thaler und O.L.A.F. Opal, aber trotzdem steht kein Stein mehr auf dem anderen.
Dass dem so sein wird, war eigentlich schon vor ein paar Monaten klar, da lief die erste Single an. Sollte das Erwartungen schüren? Hat geklappt. “Teardrops (in my eyes)” – das war lupenreiner Pop. Den hätte Midge Ure zu seiner besten Zeit bei Ultravox sich noch im Autoradio angehört und geheult. Vor Glück und Neid vielleicht.

Bloß jetzt
Bloß jetzt, mit dem ganzen Album hintendrauf ist alles zwar immer noch so – nur mehr. Denn “Nothing Will Go Wrong” denkt gar nicht daran, sich mit ausdefiniertem Pop zufrieden zu geben. Im Gegenteil. Die Platte macht neben solchen Höhenflügen auch Falltüren auf. Und lässt den Hörer ganz nach unten durchrutschen. Soviel leidenschaftlich lakonisches Gefühlschaos in Indie gab es lange nicht mehr. Wie an der Schnur gezogen gleitet man von einer Stimmung zur nächsten. Jeder Song ist neu und alles passt zusammen. Auf “Something to Die For” gibt es nur fast nur noch Tasten und das gebrochen Hymnische eines Nick Caves. Wohingegen das erste Stück, “Falling Down”, mit Feedback einsteigt und beweist, dass es keine typische Wimpisiering mit fortschreitender Zeit gegeben hat. Nur noch Balladen? Man ist ja nicht Bonfire, sondern Slut. Und Hüsker Düs Bob Mould macht mittlerweile Elektro.
Auf dieser Platte hier setzt jedenfalls der Kompass aus. Man kommt schnell rein und kann sich es dann darin gefallen lassen. Das Draußen existiert nicht mehr, brauchen die Songs in ihrer universellen Kraft vielleicht auch gar nicht. Mitheulen, mitfeiern. Weniger Konzept-Album wie das clevere “Lookbook” als mehr Entfesslung von Typen, die nicht umsonst so Musik machen. Sondern für die jeder Moment, jede Zeile kostbar ist. Hört man. Wertvoll ohne zu protzen. Hier drinnen lohnt es sich, sich zu verlieren. Eintauchenauf.

PS.: Muss dabeisein
Ohne folgende Info ist bis jetzt noch kein Info zu Slut ausgekommen. Und warum sollte dieses es tun? Slut leben mit der befreundeten Band Pelzig in einem Schloss bei Ingolstadt, das im deutschen Schlösserverzeichnis steht. Deren Leben möchte man haben - aber die Platte tut es ja auch.

Quellen: emipromotionservices

zur Zeit keine Produkte verfügbar...
... aber schauen Sie mal unter Alternative

Support | Welcome | Über uns

© dieses Shops bei Daniel Filzhut, Associatesshop.com, Filzhut.de
Hol Dir Deinen eigenen Shop - kostenlos!
Check out our new Amazon Gadget for iGoogle!
Check out our new Tchibo Gadget for iGoogle!
Check out our new free Geocoding application with Geotag creator!
In Partnerschaft mit Amazon.de