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Fischerspooner


Sie servieren ihre vom Rock beseelten, elektronisch motorisierten Songs in Gestalt überfallartiger Pop-Inszenierungen als extravaganten Anschlag auf den so genannten guten Geschmack. Sie sind schillernder Gegenstand von begeisterten Magazinbeiträgen und glamourösen Klatschkolumnen rund um den Erdball. Sie remixten für und kollaborierten mit Kylie Minogue, performten auf persönliche Einladung von David Bowie und arbeiteten mit den weltbesten Fotografen, darunter Terry Richardson, Jürgen Teller, Stefane Sedanoui und Karl Lagerfeld. Ihre berüchtigten, vor Stars wimmelnden Shows sind eigenwillige, elaboriert choreographierte Performance-Spektakel, verschwenderisch ausgestattet von Jeremy Scott, Hedi Slimane und anderen Topdesignern. Sie werden repräsentiert von New Yorks derzeit wohl gefragtestem und innovativstem Galleristen und Kurator, Jeffrey Deitch. 

Aber wer, zum Teufel, sind sie eigentlich?

Als sich ihre Wege erstmalig kreuzten, besuchten sowohl Warren Fischer als auch Casey Spooner die School of the Art Institute of Chicago. Der Filmstudent und unersättliche Musik-Junkie Warren, interessiert an allem zwischen klassischer Violine und Hardcore-Punk und versiert in zeitgemäßer Komposition, welcher bereits 1992 gemeinsam mit dem Erzexperimentalisten Jim O’Rourke (Sonic Youth, Gastr Del Sol, Wilco) als DISENGAGE ein Album auf dem Avantgarde-Label „Staalplaat“ veröffentlicht hatte, und Casey, der sich, ausgehend von seinen Anfängen als bildender Künstler, seine Nische zwischen Performance und Video-Art schuf, erarbeiteten bereits kurz nach der ersten Begegnung im Filmkurs ihre ersten gemeinsamen Performances, bei denen Warren Caseys Spoken-Word-Vorträge auf der Violine begleitete.

Erst Jahre später nahmen die beiden in New York wieder Kontakt miteinander auf, und beschlossen, für ein Videoprojekt erneut zusammenzuarbeiten. Als einzig zufrieden stellendes Ergebnis der Kollaboration erwies sich lediglich der von Warren komponierte digitale Soundtrack. In der Folge beschloss das Duo, das Filmprojekt sich selbst zu überlassen und schrieb stattdessen seinen ersten Song: Ein von billigem Casio-Pop inspirierter, melodischer Monolog über die sexuellen Fortschritte eines „Indian Cab Driver“. Fischerspooners One-Song-Performance-Debüt in einer „Starbucks“-Filiale im East Village geriet zu einem Aufsehen erregenden und ebenso grellen wie kurzen Event: Während sich Casey, geschmückt mit einer ausladenden New-Wave-Rundum-Sonnenbrille, einem expressionistischen Disco-Bastard aus Rudolf Nurejew, Sydney Rome, Norbert Schramm und Captain Future gleich, in maßlos überzogenen Posen erging, drückte Warren pflichtbewusst den „Play“-Button des CD-Players.

Es folgte eine für ein Performance-Projekt beispiellose Karriere: Mit jedem weiteren seiner Songs  wilderte das Duo in neuen Grenzbereichen elektronischer Musik: „The 15th“,  ein melancholischer Take eines Wire-Klassikers der Post-Punk-Ära; „Tone Poem“, eine minimalistische Synthesizer-Ballade, um Zeilen herum komponiert, die Casey zwischen den Deckeln einer Physik-Fibel aus dem Jahr 1895 fand; „Turn On“, ein sexy Ringelpiez, partiell inspiriert von den wohl legendärsten Forschungsreisenden des Wilden Westens, den Entdeckern der Nordwest-Passage und späteren Gouverneuren Lewis und Clark. Allesamt originelle, hoch melodische und außerordentlich tanzbare Electro-Smasher. Das vielleicht purste Destillat jenes Stoffes, der wenig später als Electroclash seinen Siegeszug durch die

 

angesagtesten Clubs rund um den Globus antreten sollte. Aber Obacht, nennt es nie, niemals „retro“,  denn wie warnt doch gleich Casey Spooner: „Ich hasse Nostalgie, sie ist eine Lüge und eine eindimensionale Auffassung der Vergangenheit.“

Show für Show wurden mehr talentierte Freunde eingeladen, sich dem ständig wachsenden Line-up von Tänzern, Licht und Set Designern, Filmemachern, Make-up-Artists und Stylisten  anzuschließen. Die Auftritte der Truppe waren so rar wie die Auftrittsorte eklektisch: das gläserne Observatorium auf  dem World Trade Center,  ein Laufsteg auf der Orchard Street, die St. Mark’s Kirche in der Bowery, der legendäre Nachtclub „Limelight“, ein in eine Kunstgalerie hinein gebautes Apartment. Auf einer Show performten sie sogar in einer nach Maß gefertigten Glasbox unter der Decke einer Halle und ließen im Verlauf der Show im wahrsten Sinne des Wortes sämtliche Stromkreise des Gebäudes durchbrennen.

2000 absolvierten Fischerspooner eine Marathonserie von Performances in Gavin Brown’s Galerie in Chelsea. Fünf Nächte hintereinander, sechs zwanzigminütige Sets je Nacht, verwandelte sich die Galerie in eine pulsierende Phantasmagorie aus sexy beats, schimmernden Körpern und rauchigen Illusionen. Während sich die Fans darum rissen, ein Exemplar der limitierten 8-Track CD (komplett auf „#1“ enthalten) zu ergattern, jubilierten die Kritiker, die Kunstszene habe Fischerspooner ein Stück der aufregendsten zeitgenössischen Kunst überhaupt zu verdanken.

Fischerspooners erste Single, „Emerge“, basiert auf einem frühen Statement der Gruppe zur eigenen Mission: “Sounds Good. Looks Good. Feels Good Too“. Anfangs nur als White Label veröffentlicht, erregte der Track die Aufmerksamkeit von Electro-Pionier DJ Hell, der nicht nur die Single auf seinem Label „International Deejay Gigolo Records“ veröffentlichte, die in Deutschland schnell zum massiven Underground-Clubhit avancierte - und auch heute noch in keiner Plattentasche eines Deejays, der etwas auf sich hält, fehlen darf - sondern gleich das erste Album der Gruppe (in einer limitierten Auflage) herausbrachte. Auf Hells Einladung reiste die Gruppe nach Berlin, um im Rahmen der Loveparade zum ersten mal auf europäischem Boden zu performen.
   
2001 begann mit drei kolossalen Shows in einem alten Bankgebäude in Los Angeles, das zum Hotel umgebaut werden sollte. Die Fischerspooner Performance war inzwischen zu einem absolut einzigartigen und durch und durch größenwahnsinnigen Spektakel erblüht: zwölf Tänzer, künstlicher Schnee, der auf das Publikum herabrieselt, Glitter-Explosionen, ein Frack mit zehn Fuß langen Schwalbenschwänzen und eine völlig euphorisierte Courtney Love, die auf der Aftershow-Party oben ohne Schlagzeug spielte. Das Venue war die perfekte Location für das hypnotische, siebenminütige Video zu „Sweetness“, eine moderne Interpretation des Cupido-Mythos.

Der schlagartige Erfolg von „Emerge“ in der europäischen Clubszene mündete in einer Reihe von Auftritten quer über den Kontinent: auf dem Sonar Festival in Barcelona, der Gigolo Party in München, einer weiteren Show in Berlin sowie einer wilden Performance um vier Uhr früh auf dem Transmusicale Festival in Rennes, in deren Verlauf Casey vor 4.000 schreienden Fans den Tod von Michael Jackson, Madonna und Britney Spears proklamierte.  

2002 schließlich wurde ihr Debütalbum „#1“ endlich auch einer erwartungshungrigen Öffentlichkeit in Großbritannien zugänglich gemacht. Der New Musical Express nannte Fischerspooner „das Beste, was der Musik seit der Erfindung der Elektrizität zugestoßen ist,“ es folgte eine ebenso intensive wie begeisterte Berichterstattung aller relevanten Medien inklusive der Performance von „Emerge“ in der BBC-Show „Top Of The Pops“.
Während dreier restlos ausverkaufter Nächte in der „Deitch Projects Gallery“ in SoHo, NY präsentierten Fischerspooner ihre neue Show, welche neue Videos, eine neue Choreografie, Kunstblut, mehr Schnee, noch mehr Glitter und die Premiere des elegant sinistren „L. A. Song“ in sich vereinigte. Eine Woche später befand sich das gesamte Ensemble an Bord eines Flugzeugs, um sein U.K. Live-Debüt zu geben. Bloß zwei Wochen darauf jetteten Fischerspooner auf Bitten David Bowies erneut nach London, um im Rahmen des von ihm kuratierten Meltdown Festivals in der Royal Albert Hall zu gastieren. Die altehrwürdige Halle wurde gründlich auf den Kopf gestellt – Casey sprang von der Bühne, gab sich exzessiv dem Crowdsurfing hin, Pyrotechnik explodierte und ein Störenfried wurde auf die Bühne gezerrt, wo Casey ihm zur großen Freude von Boy George und den anderen Fans in der ersten Reihe nach Strich und Faden den Hintern versohlte.

Superstar Kylie Minogue liebte Fischerspooners Hit-Remix ihrer Single „Come Into My World“ so sehr, dass sie Casey einlud, mit ihr gemeinsam eine Special-Version des Songs in „Top Of The Pops“ performen, deren billige, knallige und durch und durch geschmacklose Inszenierung die britische Regenbogenpresse in kollektive Raserei verfallen ließ. Das Jahr ging zu Ende mit zwei ausverkauften Shows in New Yorks Rock-Palast Irving Plaza im November und einer exklusiven Performance im Wohnhaus eines angesehenen Kunstsammlers während der internationalen Kunstmesse „Art Basel Miami Beach“.

Und jetzt?

Im März veröffentlicht Capitol Records das kultisch verehrte Album „#1“ erneut, diesmal erweitert um Bonus-Remixe und ausgestattet mit einer zusätzlichen DVD mit Videos zu „Emerge“, „The 15th“ und „Sweetness“ sowie Dokumentationen und Projektionen der Live-Performances. Das Debüt als Gesamtkunstwerk. Außerdem planen Fischerspooner in diesem Jahr eine chronistische Dokumentation in Feature-Länge, Remixe für weitere Superstars, neue Videos und Filme. Unter den in naher Zukunft geplanten Performances ist auch eine exklusive Show auf der Biennale in Venedig vorgesehen. Und in Verbindung mit der Deitch Projects Gallery steht zudem die Eröffnung eines eigenen Performance- und Produktionsstandorts in Brooklyn an. Fischerspooner arbeiten offensichtlich unter Hochdruck an ihrer eigenen Legende.

Quellen: emipromotionservices

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