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Everclear

Der Aufstieg von Everclear zu einer der erfolgreichsten Alternative Bands der USA ist aus dem europäischen Blickwinkel fast unbemerkt vonstatten gegangen. "So Much For The Afterglow", das 1997 veröffentlichte dritte Studioalbum, brachte es in den Staaten auf satte zwei Millionen verkaufte Exemplare. Dagegen nehmen sich die Verkäufe auf dem europäischen Kontinent recht bescheiden aus, gleichwohl das Trio aus Portland, Oregon auch hierzulande von der Kritik über den grünen Klee gelobt wurde. Leadsänger Art Alexakis, die treibende künstlerische Kraft von Everclear, kann sich durchaus berechtigte Hoffnung machen, dass seine Songs demnächst auf internationaler Ebene ein massiveres Publikum erreichen. Denn das neue Werk wartet im Verhältnis zum bisherigen scharfkantigen Schaffen mit einem wesentlich familientauglicheren Sound auf. Kurzum, "Learning How To Smile" ist ein Popalbum, wie es im Buche steht.

In einem Interview mit dem Rolling Stone erläuterte Art Alexakis die Genese des Albums, dessen Songs eigentlich für ein Soloalbum geplant waren, aber seinen beiden Kompagnons Craig Montoya (Bass) und Greg Eklund (Schlagzeug) so gut gefielen, dass sich die drei Musiker entschlossen, es letztendlich gemeinsam aufzunehmen. Wer die drei bisherigen Werke "World Of Noise", "Sparkle And Fade" (beide 1995 auf Capitol erschienen) und "So Much For The Afterglow" kennt, weiß, dass Art Alexakis viele seiner früheren Melody-Punk-Songs als Katalysator für selbsttherapeutische Zwecke genutzt hat. Vergangenheitsbewältigung war bei der turbulenten Biographie des 38-jährigen Frontmanns auch durchaus angebracht. Art stammt aus einer zerrütteten Familie, der Vater hatte ihn schon früh im Stich gelassen, sein Bruder starb an einer Überdosis und Art selbst entkam nur mit Mühe einer fatalen Drogenabhängigkeit. Das alles liegt für Art zwar schon ein halbes Leben zurück, doch der Vater einer neunjährigen Tochter stand selbst letztes Jahr vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Ehe. Und so beschreibt die Single "Wonderful" nicht von ungefähr gestörte Familienverhältnisse aus der Sicht eines Kindes. "Now That It's Over" ist laut Alexakis gar "der ultimative Scheidungssong".

"Learning How To Smile" gibt aber auch Anlass zum Schmunzeln. Das fängt schon bei der verspielten Produktion an, bei der neben einer kunterbunten Instrumentenpalette vom Banjo über Folkgitarre bis zur Ukulele auch ganze Streichorchester nebst pointierten verbalen Gimmicks zum Einsatz kommen. Everclear greifen vor allem kompositorisch in die Vollen. "Here We Go Again" samt Public-Enemy-Sample klingt, als wäre der Rock'n'Roll-Teufel in George Michael gefahren, "AM Radio" ist Talkin' Blues von der erfrischenderen Sorte, Van Morrisons "Brown Eyed Girl" feinster Bubble-Gum-Kitsch mit archetypischen "Sha la la"-Chören und "Thrift Store Chair" knisternder Campfire-Pop. "Otis Redding" indes trägt zwar im Titel den Namen des bewunderten Soul-Crooners, ist aber eine gediegen mit Streichern ausgestattete ebenso typische Everclear-Komposition wie der Titelsong. Außergewöhnlich und tief berührend sind die beiden ruhigsten Stücke des Albums geraten: "The Honeymoon Song", eine folkloresk musikalische Romanze im Walzertakt, und "Annabella's Song", eine cineastisch anmutende Liebeserklärung an Arts gleichnamige Tochter, warmherzig orchestriert von Frank Sinatras ehemaligem Dirigenten Mort Lindsey.   

"Songs From An American Movie Vol. 1" assoziiert natürlich, dass es einen zweiten Teil geben wird. Angedachter Untertitel für das fürs Ende des Jahres anberaumte Folgewerk: "Good Time For A Bad Attitude". Das soll auch wesentlich härter klingen. Ein frei nach Dr. Jekyll und Mr. Hyde konzipiertes Doppel. Art Alexakis hat aber noch viel mehr im Sinn, als ein nur kurzzeitig verwirrendes Spiel mit der musikalischen Ausrichtung von Everclear zu betreiben. Vor kurzem hat er ein eigenes Label (Popularity Records) gegründet, auf dem er junge Talente fördern will. Und während in dem US-Kinofilm "Loser" ein Liveauftritt von Everclear zu sehen ist, hat Art Alexakis in dem Film "Committed" , der auch demnächst bei uns anläuft, selbst eine kleine Rolle übernommen. Auch sein politisches Engagement sollte nicht unerwähnt bleiben: Als Repräsentant von ACES (The Association of Children for Enforcement of Support) wurde er jüngst zum wiederholten Male im Kongress in Washington vorstellig. Ziel der Organisation: Kindern zu helfen, deren Väter sich weigern, Alimente zu zahlen. Und während solchen Rabenvätern schnell das Lachen vergehen könnte, dürfte Popfans allerorten mit Everclears "Learning How To Smile" das Herz aufgehen. Wäre ja gelacht, wenn dem nicht so wäre.

copyright 2001 by EMI Electrola GmbH & Co KG (www.emimusic.de) 


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