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Williams, Robbie

An Escapologist: „An Entertainer who specialises in freeing himself from confinement“ (Collins English Dictionary)

 

Für das Artwork seines fünften Albums hat sich Robbie Williams auf einige im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Stunts eingelassen. „Escapology“ hat nur eine mögliche Mission: Europas größter Popstar will, dass die Welt den Atem anhält. Fürwahr, die Spannung, mit der Millionen Robbie-Fans „Escapology“ entgegenfiebern wie ein hungriges Volk göttlichem Manna, ist verständlich. Doch die Erlösung naht. Auf den Albumtitel war Robbie während einer Autofahrt durch die Hollywood Hills in Kalifornien gekommen, als er über die unerklärlichen Entfesselungskünste von Houdini nachdachte. „Ich würde dem nicht zu viel Bedeutung beimessen wollen“, erklärt der britische Popmagier nach reiflicher Überlegung, „wenn überhaupt, dann dass ich etwas geschaffen habe, was ich genau jetzt schaffen wollte, und das macht mich wirklich glücklich. Ich bin der Gefahr entkommen, von meinem eigenen Zeug gelangweilt zu sein. Ich begebe mich mit diesem Album auf eine wahre Mission: Ich will, dass es gehört wird.“

 

Das wird mit hundertprozentiger Sicherheit passieren. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Abgesehen davon, dass sein jüngster Vertrag den besten Beweis geliefert hat, dass der Marktwert eines Robbie Williams mittlerweile dem von Ballzauberern wie Ronaldo oder Zinedine Zidane längst ebenbürtig ist, wird der Brite für seine Pophits ebenso vergöttert wie für seine Performance. Bereits vor der internationalen Veröffentlichung des Albums „Escapology“ ist der rote Teppich für Robbies neue Hitsingle ausgerollt worden: „Feel“, eine Ballade mit der melodischen Potenz, „Angels“ in puncto Begehrlichkeit noch zu übertreffen, avancierte vom Start weg zum absoluten Muss jeder Radiostation, die großem Pop für ein großes Publikum verpflichtet ist. Home is where the heart is: Diese Botschaft prangt unsichtbar über der Pianoballade „Feel“, die vielleicht mehr über das Wesen dieses jungen, aber enorm lebenserfahrenen Künstlers verrät als viele seiner kecken Sprüche, die er von früher Jugend an kultiviert hat. Auch auf dem neuen Album schlägt Robbie nicht selten einen forschen Ton an, ganz so, als wolle er dem Affen Zucker geben, respektive der Yellow Press ihr gefundenes Fressen.

 

Wer sich jedoch „Escapology“ ganz aufmerksam anhört, wird nicht nur mit jeder Menge zitierfähiger Textzeilen belohnt, nicht selten zum „celebrity life“, sondern vor allem mit einer turbulenten Strecke von 14 Songs, die ein ums andere Mal zeigen, auf welch waghalsige musikalische Abenteuer sich dieser singende Hasardeur einlässt. Robbie als Indiana Jones der Popmusik. Bereits der Opener „How Peculiar“, der nahelegt, dass auch 33 Jahre nach „Let It Be“ der Sound von Abbey Road noch nachwirkt, ist einer dieser für den Beau typischen kessen Kniffe. Ein kleiner Vocoder – und schon klingt Robbie so geil wie John Lennon. Von da an geht’s Schlag auf Schlag auf der Pirsch durch die Audiothek der Rockgeschichte. Queen. Klar. Legt ja allein der Titel nahe: „To Love Somebody“. Da muss man nur mal die Worte umstellen. Exzellenter Stoff fürs große Rockdrama. Headbanging gefällig? „Song 3“. Auch hier ist der Songtitel ein Wink mit dem Zaunpfahl. „Revolution“?  Nein, diesmal nicht die Beatles, eher Janis Joplin mit toller Bläserspätlese. Dazwischen selbstreflexive Pittoresken wie „Handsome Man“, in der so süffisante Beichten wie „it’s not very complicated/I’m just junk and overrated“ jedem dummdreisten Kritiker den Wind aus den Segeln nehmen. Wer hingegen mal wieder musikalisch mit einer Verflossenen abrechnen möchte, auch da bietet Robbie mit „Sexed Up“ das passende Rezept. Bad Boy Robbie mit einem Schuss Red Chili? Versuchen Sie es mal mit „Cursed“. Ein bisschen amerikanischer Big Soul im Stil der späten Siebziger und frühen Achtziger? Da kommt „Hot Fudge“ gerade richtig. Ganz verstiegen, wenn nicht genial: der siebenminütige Roadtrip „Me And My Monkey“. Tex-Mex-Feeling, Mafia-Muff und Vegas-Wahnsinn. Mindestens so gut und abgefahren wie „Thelma und Louise“. Robbie zieht einmal mehr die große Show ab. Und das kann er eben wie kein anderer.        

 

Robbie Williams wurde mitten in England geboren, genauer gesagt am 13. Februar 1974 in Stoke-on-Trent, wo er auch die meiste Zeit seiner Kindheit verbrachte. Eine gewisse Neigung zum Entertainer war bei dem Burschen schon früh auszumachen, und als er sich 1991 bei Take That bewarb, wunderte sich niemand, dass er genommen wurde. Take That avancierten in den frühen Neunzigern bekanntlich zur erfolgreichsten Popgruppe Großbritanniens, die es dort auf acht Nummer-1-Hits brachte. Mit der Zeit wurde Robbie wegen der Erwartungen und Beschränkungen, die seine Rolle in der Band mit sich brachten, immer unzufriedener – und im Juni des Jahres 1995 trennte er sich von der Band, die sich im folgenden Jahr ganz auflöste.

 

Nach einem spontan inszenierten ersten Solohit, einer Coverversion von George Michaels „Freedom“, begann die eigentliche Karriere des Solokünstlers Robbie Williams mit der Veröffentlichung des Albums „Life Thru A Lens“ im September 1997. Robbie war an den Kompositionen aller Songs beteiligt; den größten Teil hatte er mit Guy Chambers geschrieben, der von da an sein steter Co-Autor und -Produzent wurde, wobei auf der Produzentenseite Steve Power ein weiterer unschätzbar wichtiger Partner ist. Das Erstlingswerk war, so reflektiert Robbie selbst, getragen von „der schieren Freude, etwas Eigenes zu kreieren“, aber er fügt auch hinzu: „Es ist traurig, wie hinüber ich damals war.“ „Life Thru A Lens“ war zunächst nur ein mäßiger Erfolg, bis die Single „Angels“ das Debüt in Glanz und Gloria erstrahlen ließ, wobei auch die anderen Hits wie „Old Before I Die“, „Lazy Days“, „South Of The Border“ und vor allem das inzwischen zum umjubelten Konzertopener avancierte „Let Me Entertain You“ von der enormen Qualität des Longplayers zeugen.

 

Den Bärenanteil des umgehend erfolgreichen zweiten Albums, „I’ve Been Expecting You“, hatten Guy Chambers und Robbie in recht kurzer Zeit auf Jamaika geschrieben. Der Longplayer, dessen Titel ein Zitat aus einem James-Bond-Film ist, erschien im Oktober 1998, und der Videoclip zu „Millennium“, der ersten Singleauskopplung, spielte derart überzeugend mit den Typologien des bekannntesten Geheimagenten der Welt, dass das Gerücht aufkam, Robbie Williams würde bereits als nächster 007 gehandelt. Es blieb jedoch erst einmal bei einigen weiteren musikalischen Verführungen, die sich in Hits wie „No Regrets“, „Strong“ und „She’s The One“ manifestierten. In diese Zeit fiel auch das US-Debüt von Robbie Williams, der die bisherigen Highlights seiner noch jungen Solokarriere auf ein markant benanntes Album packte: „The Ego Has Landed“.

 

Für sein drittes Album hatte Robbie zunächst mit einigen Freunden aus Stoke, die der Band Sound 5 angehörten, an ein paar sehr rhythmischen Songideen gearbeitet, von denen einige auf das im August 2000 erschienene Album „Sing When You’re Winning“ einflossen, gleichwohl die meisten Songs einmal mehr in einmütiger Partnerschaft mit Guy Chambers entstanden. Während sich Robbie für das Artwork des Albums als komplette Fußballmannschaft samt Trainer und dazugehöriger Entourage inszeniert hatte, sorgte der Videoclip zur fulminanten Hitsingle „Rock DJ“ mit ungleich krasseren Bildern für Aufsehen: Der Popstar riss sich darin nicht nur die Klamotten vom Leib, sondern zu den Klängen seiner bis dato dance-orientiertesten Nummer auch noch sein ganzes Fleisch, bis nur noch sein Skelett tanzte. Natürlich landete Robbies kleiner Ausflug in die Welt der Splattermovies auf dem Index und durfte nur in einer zensierten Fassung ausgestrahlt werden. Die nächste Single war „Kids“, und das Duett mit Kylie Minogue war - auch in der visuellen Umsetzung – nicht von schlechten Eltern, sodass den beiden Protagonisten sogar eine Affäre angedichtet wurde. Neben „Kids“ schrieben Robbie und Guy Chambers zwei weitere Titel für Kylies Comebackalbum „Light Years“. Robbie steigerte indessen mit „Supreme“, „Let Love Be Your Energy“ und schließlich „The Road To Mandalay“ die Zahl seiner Hitsingles; letztgenannte erschien im Doppel mit „Eternity“, einer frischgebackenen und marzipansüßen Ballade. „Sing When You’re Winning“ verkaufte sich wie die beiden Vorgänger allein in Großbritannien mehr als zwei Millionen Mal.

 

Nachdem Robbie im Verlauf des Jahres 2001 mit „Have You Met Miss Jones?“ bereits einen Big- Band-Standard für den Soundtrack des Films „Bridget Jones‘ Diary“ aufgenommen hatte, entschloss er sich, ein ganzes Album mit Songs dieser Art aufzunehmen. „Swing When You’re Winning“ erschien noch im November desselben Jahres und enthielt jene Songs von Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis jr. und Konsorten, die Robbie bereits als Kind geliebt, wenn nicht gelebt hatte. Fast alle Songs entstanden in den legendären Capitol Studios von Los Angeles, in denen seinerzeit auch die Originale aufgenommen wurden – es gelang sogar, einige

 

 

der Orchestermusiker von damals für dieses Projekt zu gewinnen. Den Auftakt des Albums machte zwar mit „I Will Talk And Hollywood Will Listen“ ein neuer Song des Gespanns Chambers/Williams, doch es waren natürlich all die Evergreens von „Mr. Bojangles“ bis „Mack The Knife“ sowie die Duette, die dem Album überschwänglichen Kritikerjubel und ein Millionenpublikum bescherten - allen voran der mit Nicole Kidman gesungene Smash-Hit „Somethin' Stupid“. Gemeinsam mit seinen anderen Duettpartnern Jane Horrocks, Rupert Everett, Jon Lovitz und Jonathan Wilkes präsentierte sich Robbie Williams in einer glitzernden Galashow in der Londoner Royal Albert Hall als glänzend aufgelegter Crooner und Entertainer der alten Schule. Ein besonders berührender Moment dieses Abends war das Duett mit Frank Sinatra, dessen „It Was A Very Good Year“ mit dem Segen und der Unterstützung von Sinatras Erben freigegeben wurde. Kurze Zeit später trat „Live At The Albert“ den Siegeszug in die DVD-Heimkinos an.

 

Robbie hatte bereits nach seiner letzten Europatournee, die noch vor seinem Swingalbum beendet worden war und deren Krönung im Müngersdorfer Stadion in Köln stattgefunden hatte, eine längere Pause angekündigt, sogar mit dem Gedanken gespielt, den Mythos Robbie langsam aber sicher zu begraben. Die inneren Kämpfe und der Zwiespalt, die mit dem Ruhm und dem Rummel um seine Person einhergehen, zeigte der Dokumentarfilm „Nobody Someday“, der während besagter Europatournee des Jahres 2001 entstanden war, ebenso gut wie das Bühnenphänomen Robbie, der mit einem Augenzwinkern sein Publikum um den Finger wickeln kann und live so ziemlich jedes Register zieht, das einen Superstar der Popmusik definiert. Und während das Albumpärchen Sing und Swing weiterhin in stiller Eintracht durch die Charts flanierte und Robbie mit seinem 13. Brit-Award mal wieder einen neuen Rekord aufstellte, tauchte er auch unvermittelt auf dem ambitionierten Global-Pop-Projekt 1 Giant Leap auf, auf dem er an der Seite von Faithless-Sänger Maxi Jazz „My Culture“ interpretierte. Allmählich nahm dann auch „Escapology“ Gestalt an.

 

Das neue Album entstand über weite Strecken in Los Angeles, wo Robbie mittlerweile ein Domizil hat und einen guten Teil seiner Zeit verbringt. Robbie entschloss sich, die Aufnahmen so schnell wie nur möglich einzuspielen und alle Ecken und Kanten beizubehalten statt wegzupolieren. Erneut entstanden die meisten Songs im Zusammenspiel mit Guy Chambers, lediglich „Come Undone“ schrieb Robbie gemeinsam mit dem weithin unbekannten New Yorker Boots Offestad, und „Nan’s Song“, der abschließende Track des Albums, stammt als erster und einziger Song ganz allein aus Robbies Feder. „Es handelt von meinem Kindermädchen, das vor fünf Jahren verstorben ist“, erklärt Robbie, „ich dachte, es wäre passend, wenn mein erster eigener Song von jemandem handelt, den ich liebe.“

 

Die meisten Songs hat Robbie, so unglaublich dies klingen mag, nackt eingesungen. „Das gibt dir eine gewisse Verletzlichkeit“, begründet er sein eigenwilliges Vorgehen. Wie der Song klingt, den Robbie in einem Supermann-Kostüm gesungen hat, wird man erst einmal nicht erfahren, denn er hat es nicht aufs Album geschafft. Während Robbie in der Vergangenheit nicht selten den physischen Akt des Singens im Studio scheute, besonders in der Zeit, in der er dem Alkohol zu sehr zusprach, war er diesmal von Start bis Ende mit Leib und Seele dabei. „Vor ‚Swing‘ war ich überzeugt, dass mein Job erledigt war, sobald wir den Song geschrieben hatten – nach dem Motto, ihr könnt jetzt die nächsten drei Monate im Studio verschwinden, nur lasst mich damit in Ruhe. Aber das Swing-Album hat das alles geändert, das war einfach wunderbar. Ich arbeitete die meiste Zeit mit einem 60-köpfigen Orchester, sang ihnen vor, feixte mit ihnen und ließ mich einfach gehen, es war die reinste Freude. Und ich dachte bei mir, schade, dass die Aufnahmen von meinen eigenen Sachen nicht so viel Spaß machen. Und diesmal wehte wahrlich ein anderer Wind...“ Wer das Album gehört hat, wird überzeugt sein, dass es sich dabei um einen Orkan gehandelt hat. Die Flucht nach vorn im Sauseschritt. Gimme Five! November 2002

copyright 2001 by EMI Electrola GmbH & Co KG (www.emimusic.de)


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