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Harrison, George

Internationale Aufmerksamkeit erregte George Harrison erst mit den Beatles, und es ist kein geringer Teil seiner Gabe, dass sein Anteil an vielen großen Songs dem oberflächlich Zuhörenden kaum auffällt. Der Gitarrist Harrison war ein Musiker von ausgesprochener Subtilität und mit einem erlesenen Geschmack. So sah er seine vornehmliche Aufgabe darin, dem Song auf möglichst organische und selbstlose Weise zu dienen. Unter all den großen Rockgitarristen der Sixties war er derjenige, der sich geschickt zurückzuhalten wusste und auf pyrotechnische Mätzchen verzichtete. Zu all dem war er einer der erfinderischsten und originellsten Musiker.

Harrison war der jüngste unter den Beatles, und vielleicht war dies ein Grund, weshalb er sich wie selbstverständlich im musikalischen Hintergrund der Band einrichtete. Diese eher unterstützende Rolle entsprach wohl auch seinem Charakter. Das Bild Harrisons als „stiller Beatle“ ist ein Klischee und nicht ganz korrekt – schlagfertig und witzig konnte man ihn in den ersten legendären Pressekonferenzen der Band erleben. Aber er drängte sich eben nicht so sehr in den Vordergrund wie die anderen. Jahre später benannte er eines seines Alben sowie das von ihm gegründete Plattenlabel „Dark Horse“  - mit diesem Image konnte er sich identifizieren. Ein dunkles Pferd, sinnierte Harrison einst, „so eines, das plötzlich aus den hinteren Rängen herausbricht, an allen anderen vorbeizieht und das Rennen auch noch gewinnt – das bin wohl ich.“ Paul Simon sagte kurz nach Harrisons Tod: „Er war nicht besonders still. Ihn verlangte es nur nicht danach, gehört zu werden.“

Aber wie sehr Harrison sich auch aus dem Rampenlicht des Starrummels heraushielt, sein Talent war für jeden offenbar, der begriff, wie Songs wirklich aufgebaut sind und was einen Song ausmacht, damit er bei den Menschen gut ankommt, ohne dass diese den Grund dafür in Worte fassen könnten. Es liegt unter anderem an Harrison, wenn die Songs der Beatles heute noch aktuell klingen. John Fogerty schwärmt noch: „Über das Spiel von George Harrison kann man gar nicht genug reden. Bei jedem anderen kann man sagen, er war Leadgitarrist in einer großartigen Band, und es besteht kein Zweifel, dass die Gitarre die Stimme des Rock’n’Roll jener Zeit war. Aber Harrison war als Musiker enorm vielseitig, fast wie ein Chamäleon.“ 

„Wann immer die Beatles mal etwas Neues ausprobieren wollten, seine Gitarre passte immer“, fährt Fogerty fort. „Wenn sie Rockabilly spielten wie bei ‚Honey Don’t‘ oder ‚Act Naturally‘, brachte er das genau auf den Punkt. Aber wenn sie funkigere Sachen spielten wie ‚You Can’t Do That‘, wo einer meiner liebsten Gitarrenparts zu hören ist, dann blieb einem einfach der Mund offen stehen. Harrison brachte einen dazu, den Song lernen zu wollen, nur damit man den Gitarrenpart spielen konnte. Jeder Song barg eine  fabelhafte Überraschung für die Gitarre.“

Dass diese Beiträge Harrisons nur der Anfang waren, was seinen Einfluss auf die Welt der Musik und die Welt im Allgemeinen betrifft, versteht sich von selbst. Wie er auf Songs wie „Norwegian Wood“, „Love You To“ oder „Within You, Without You“ dank seiner kreativen Freundschaft zum Meister dieses Instruments, Ravi Shankar, die Sitar einsetzte, revolutionierte in den 60er Jahren die Populärmusik. Und Harrisons Interesse für fernöstliche Spiritualität hatte Auswirkungen, die wir im Westen heute noch spüren können. Mit wachsendem Selbstbewusstsein begann Harrison, auch innerhalb der Beatles eine wichtigere Rolle als Songwriter und Sänger zu spielen. „Tax Man“, „If I Need Someone“, „While My Guitar Gently Weeps“, „Something“ und „Here Comes The Sun“ sind nur einige der Edelsteine, die Harrison zu dem außergewöhnlichen Songrepertoire der Beatles hinzufügte.

Als gegen Ende der 60er die Beatles langsam auseinander brachen, war Harrison fest davon überzeugt, seine eigene Musik zu kreieren. Produzent Phil Spector war gerade damit beschäftigt, aus Hunderten von Aufnahmestunden, die die Beatles eigentlich schon aufgegeben hatten, das Album „Let It Be“ zusammenzustellen. Da vertraute ihm Harrison an, dass er selbst schon „knapp hundert“ Songs für sein Soloalbum habe, für das er Spector als Produzenten gewinnen wollte. Das Ergebnis war „All Things Must Pass“ (1970), das bis heute eines der besten Solowerke ist, die jemals ein Beatle gemacht hat. Das drei LPs umfassende Werk mit Songs wie „My Sweet Lord“, „Beware Of Darkness“, und „Isn’t It A Pity“ demonstrierte, das sich Harrison von jeglichen Gruppenzwängen befreit hatte und  ein in sich gefestigter, eigenständiger Songwriter, Produzenten und Musiker geworden war.

Im folgenden Jahr untermauerte Harrison seinen Einfluss in der Musikindustrie mit der Organisation des „Concert for Bangla Desh“, einem Benefizkonzert, zu dem ihn Ravi Shankar inspiriert hatte und das einer von Naturkatastrophen gebeutelten Nation humanitäre Hilfe zukommen lassen sollte. Dies brachte Harrison dazu, das erste große, für eine spezifische Hilfsaktion organisierte Konzert auf die Beine zu stellen. In den folgenden 30 Jahren wurde dieses Konzert immer wieder zum Vorbild ähnlicher Aktionen. Viele Künstler kamen am 1. August 1971 in New York City zu George Harrison auf die Bühne; darunter Bob Dylan, Eric Clapton und Ringo Starr.

Im Anschluss wandte Harrison sich wieder dem Alltag eines berühmten Solokünstlers zu, zumindest von außen betrachtet. In dieser Dekade veröffentlichte er alle ein, zwei Jahre ein neues Album, und erreichte die Top 20 mit Hits wie „Give Me Love (Give Me Peace On Earth)“, „Dark Horse“, „You“, „Crackerbox Palace“, „Blow Away“, und „All Those Years Ago“, welches er in Gedenken an den 1980 ermordeten Lennon schrieb. Doch im Laufe der Jahre entfremdete er sich immer mehr von der Musikszene. Kurz vor seiner Tournee durch die USA 1974 sagte er in einem Interview: „Am Ende der Tour werde ich entweder ekstatisch glücklich sein oder mich für die nächsten fünf Jahre in einer Höhle verkriechen.“

Seine letzte Tournee brachte Harrison 1991 nach Japan. Weitere geplante Auftritte kamen zwar niemals zustande, doch er hatte sich auch in keiner Höhle verkrochen. 1978 wurde er Mitbegründer der Produktionsfirma HandMade Films – nachdem die ursprünglichen Produzenten vor der religiösen Satire von Monty Pythons „Leben des Brian“ zurückgeschreckt waren, wurde die Firma gegründet, um die Realisierung des Films zu garantieren. HandMade belebte die britische Filmszene, setzte einen Standard für intelligente und hochqualitative Werke und ermöglichte Filme wie „Time Bandits“, „Mona Lisa“, „The Lonely Passion of Judith Hearne“ und „Whitnail and I“.

Gegen Ende der 80er stieg Harrison wieder groß ins Musikgeschäft ein. „Cloud Nine“, sein Album von 1987, das er mit Jeff Lynne co-produziert hatte, brachte ihn wieder an die Spitze der Charts – was er mit gehörigem Amüsement beobachtete. Er hatte wieder Spaß an der Sache und gründete gemeinsam mit Jeff Lynne die All-Star-Formation Traveling Wilburys, zu der des weiteren Bob Dylan, Tom Petty und Roy Orbison gehörten.

Nachdem er mit den Wilburys einige Runden gedreht hatte, zog er sich wieder aus der Öffentlichkeit zurück – das Schicksal sollte es ihm jedoch verwehren, jemals wieder ins Rampenlicht zu treten, obwohl er eine solche Rückkehr vorbereitet hatte. Zunächst jedoch verbrachte er die erste Hälfte der 90er Jahre damit, zu schreiben und Landschaftsbilder zu malen, sowie seinen Hobbies, dem Formel-1 Rennen und dem Ukulele-Spiel, zu frönen; außerdem genoss er die Zeit mit Ehefrau Olivia und dem gemeinsamen Sohn Dhani. Seine Umgebung nährte seinen Drang nach phantasievollem Spiel und Schönheit. Das Interesse an den Beatles nahm auch wieder zu, und egal wie ambivalent sein Verhältnis zu den Erfahrungen mit der Band auch war, er partizipierte bei allen Aspekten des ambitionierten und höchst erfolgreichen „Anthology“-Projekts.

1997, kurz nachdem er seine Arbeit an dem nun vorliegenden Projekt „Brainwashed“ begonnen hatte, wurde bei George Harrison Krebs diagnostiziert. Als wäre dieser Schicksalsschlag nicht schon hart genug, wurde Harrison 1999 fast ermordet, als ein Einbrecher in sein Haus drang und mehrmals mit einem Messer auf ihn einstach. In dieser schwierigen Zeit hatte Harrison seine Familie um sich, seine Freunde und seine Musik. Mit Dhanis Hilfe arbeitete er ununterbrochen an den neuen Songs. Weitere Kraft verlieh ihm seine Überzeugung, dass diese Welt nur eine Station ist, die spirituelle Reise jedoch andauern würde.

Nach Lennons Tod hatte George Harrison sich einmal wie folgt geäußert: „Wir haben über unsere physischen Körper hinaus gesehen, wissen Sie? Ich meine, das ist das Ziel: die spirituelle Seite zu erkennen. Wenn man den Geist eines Freundes nicht spüren kann, der einmal so nahe war, wie kann man dann den Geist von Christus oder Buddha oder an wen man eben glaubt spüren? ‚Wenn deine Erinnerung es zulässt, werden wir uns wiedersehen.‘ Daran glaube ich.“

Dieser Glaube liegt Harrisons Leben und seiner Musik zugrunde, und auch dem jetzt erscheinenden neuen Album. Von ihm soll man denken, was er damals über seinen alten Freund gesagt hatte: Irgendwann wird man sich wiedersehen. In dieser Welt jedoch bleibt Harrisons Geist in den Songs die er hinterlassen hat, und wer ihm schon heute wieder begegnen möchte, wird ihn jederzeit in seinem Werk finden.

Quellen: emipromotionservices

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